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Basiles Märchensammlung verweist auf Boccaccios „Decamerone“ und dessen fiktionale Gliederung in zehn Tage, an denen jeweils zehn Geschichten erzählt werden. Im „Pentamerone“, also „Fünf-Tage-Werk“, erzählen zehn Frauen an fünf Tagen im neapolitanischen Dialekt fünfzig Märchen, die Basile aus volkstümlichen und literarischen Überlieferungen schöpfte. Hier finden sich frühe Fassungen und Motive so bekannter Märchen wie Aschen-puttel, Rapunzel, Der gestiefelte Kater, Tischlein deck dich, Dornröschen und viele andere mehr aber es ist nicht der „deutsche“ Märchenton, den man hier vernimmt, nicht die vertraute Stimme aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm oder aus den Märchen von Ludwig Bechstein. Basile erzählt keine Kindergeschichten, hier erzählt ein Mann anderen Männern, literaturkundigen, erfahrenen und weltläufigen erwachsenen Zuhörern, Geschichten, die derb und ordinär sein können und zugleich kunstvoll und hochpoetisch, beides in gewolltem Schock nebeneinander oder ineinander verwoben.
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